Unsere Kirchen

Das "Herzstück" der Gemeinde Marktleuthen ist die Sankt Nikolaus Kirche.

Die heutige Kirche ist ein architektonisch schlichter Bau, der nach dem Stadtbrand von 1641 errichtet worden ist. Im Inneren allerdings ist eine Ausstattung erhalten geblieben, die nach Ansicht von Kunsthistorikern für die Gegend außerordentlich stattlich ist.

An der Decke im Inneren des Kirchenschiffes befindet sich eine Felderdecke mit 24 Ölgemälden. Diese sind von den einheimischen Malern und Bürgermeistern Johann Jacob Radius aus Kirchenlamitz und Matthes Gebhardt aus Marktleuthen im Jahre 1718 geschaffen worden. Die Tafeln zeigen das Leben Jesu von der Geburt bis hin zu Auferstehung und Himmelfahrt.
Hinter den Bildern verbirgt sich eine zweite gemalte Decke, die sogenannte Kornährendecke. Ein Original-Teilausschnitt ist im Vorraum der Kirche an der Decke angebracht. Diese Kornährendecke stammt aus dem Jahr 1641 und wurde um das Jahr 1666 mit Pflanzenrankwerk und stilisierten Rosenblüten sowie Engelsköpfchen bemalt.
An den Seitenwänden im Kirchenschiff und auf der Empore finden sich Bildnisse einst hier amtierender Pfarrer seit 1709. Am Kanzelaufgang ist der Epitaph des von 1637 bis 1709 hier lebenden und tätigen Pfarrers Ludwig Forster angebracht.

 

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Besonders stolz sind wir Marktleuthener auf unseren Taufengel. Früher hing der Engel, mit der Taufschale in den Händen, an der Decke. Er wurde im Jahr 1780 angeschafft, als sich im ganzen Sechsämterland ein Wandel der Taufzeremonie vollzog. Anstelle der üblichen steinernen Taufbecken schwebten  hölzerne Boten Gottes als Ausdruck der Geburt aus Wasser und Geist (Joh 3,5) von der Decke herab.

Auch der Taufengel in Marktleuthen hing an einem Seil, das zur Taufe über einen Zugbaum abgespult werden konnte. In den ausgebreiteten Armen hielt er eine Schale für Wasser bereit. Der eiserne Ring für das Zugseil am Kopf des Marktleuthener Taufengels wurde erst bei der Renovierung 1935 entfernt.